Vier Medaillen für Hamburger Parkinsonerkrankte

Die offene Deutsche Meisterschaft von PingPongParkinson e.V. bescherte in Düsseldorf dem Team aus Hamburg vier Medaillen.

Borussia Düsseldorf war vom 18. bis 21. Mai Gastgeber der dritten Internationalen German Open von PingPongParkinson e.V.

58 Frauen und rund 140 Männer mit Parkinson reisten aus Deutschland und aller Welt an, um an den Meisterschaften teilzunehmen. Davon waren allein sieben aus Hamburg, wo PingPongParkinson derzeit drei Stützpunkte in den Vereinen TTG Hamburg-Nord, FC St. Pauli und TSG Bergedorf unterhält.

Das Besondere an diesem Turnier: Alle Teilnehmenden sind an Parkinson erkrankt, einer unheilbaren neurologischen Krankheit, die unter anderem zu einer Versteifung der Muskulatur und einem starken Zittern der Gliedmaßen führt. Was aber hilft, das Fortschreiten von Parkinson in Schach zu halten, ist Tischtennis. Noch nicht wissenschaftlich erwiesen, aber über 1000 Mitglieder des Vereins PingPongParkinson bemerken am eigenen Leib eine unmittelbare Verbesserung der Lebensqualität.

Die Meisterschaft wird in drei Klassen ausgerichtet und die Teilnehmenden werden nach verschiedenen Kriterien, wie Zeitpunkt der Parkinson Diagnose, Ausprägung der Symptome und Tischtennis-Spielstärke in diese drei Kategorien eingeteilt. Gekämpft wurde an vier Tagen in den Disziplinen Einzel, Doppel und Mixed an insgesamt 34 Tischen.

Die Hamburger Mannschaft brachte insgesamt vier Medaillen aus Düsseldorf mit nach Hause. Besonders stolz ist Gisela Pazyna (FCSP, TTG-Hamburg Nord), die mit ihrem Mixed-Partner Heiko Probst Silber in der ersten Klasse holte. Maik Gühmann (TTG-Hamburg Nord) durfte zwei Medaillen in die Heimatstadt tragen. Sein sehr lebendiger individueller Spielstil ist einzigartig in der Tischtenniswelt. Schließlich gewann Andreas Wadle Bronze im Einzel der zweiten Klasse. Die anderen Hamburger Spieler:innen schieden bereits im Viertelfinale aus.

Der Verein PingPongParkinson Deutschland wurde 2019 in Nordhorn gegründet und unterhält mehr als hundertdreißig Stützpunkte in ganz Deutschland, die in Kooperation mit lokalen Sportvereinen Menschen mit Parkinson Raum zum Tischtennis spielen bieten. Sogar einige neurologischen Kliniken haben inzwischen Tischtennis in ihr Programm aufgenommen, wie zum Beispiel in Bad Segeberg oder sie haben Tische angeschafft, die von den Patient:innen in ihren Therapiepausen genutzt werden, wie beispielsweise die Parkinson Tagesklinik des UKE in Hamburg.

Die Meisterschaften fanden in durchweg freundschaftlicher und vom Gemeinsinn geprägter Atmosphäre statt. In diese fügten sich auch die beiden prominenten Teilnehmer Frank Elstner (Fernsehmoderator) und Markus Maria Profitlich (Comedian), die erstmals an einem PingPongParkinson-Turnier teilnahmen und gefragte Gesprächs- sowie Selfie-Partner waren.

Ein Höhepunkt zum Abschluss der Veranstaltung war die Verteilung der Medaillen durch Claudia Herweg, Präsidentin des deutschen Tischtennisbundes (DTTB). Alle Teilnehmer:innen schauen auf ein zwar körperlich anstrengendes, jedoch die Kenntnisse um die Krankheit verbesserndes und die Gemeinschaft bereicherndes Ereignis zurück.

Fotos: PingPongPhoto.de – Thomas Ullrich (tt) , May Evers und Jens Burfeind

Bericht: May Evers FC St. Pauli

Weitere Infos zum Thema auf www.pingpongparkinson.de